Navigationsweiche Anfang

Navigationsweiche Ende

Aktuelles

  • PUBLIKATION: Lektüren. Positionen zeitgenössischer Philologie
    Hg. v. Luisa Banki und Michael Scheffel.[mehr]
  • Noch freie Plätze: Praktika an indischen Universitäten
    Im Rahmen der von Prof. Dr. U. Kocher verantworteten Germanistischen Institutspartnerschaft mit der...[mehr]
  • PUBLIKATION: Ek Ajnabi Se Mulakat. German Bhashi Stri-Lekhan
    Hrsg. v. Namita Khare und Madhu Sahni, Calcutta 2017.[mehr]
  • Jobtalk Master: Presse und Öffentlichkeitsarbeit
    Marion Meyer vom Von der Heydt-Museum Wuppertal wird am 18. Mai 2017 um 18 Uhr in O.08.27 den...[mehr]

Literarische Übersetzungen als Mittel zur Kulturvermittlung

("A New Passage to India")


Personen

Leitung: Prof. Dr. Ursula Kocher (Allgemeine Literaturwissenschaft, Bergische Universität Wuppertal)

Partnerin: Prof. Dr. Shaswati Mazumdar (Department of Romance and Germanic Studies, University of Delhi, Delhi)


Finanzierung

Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Programmlinie „A New Passage to India“

Laufzeit: 2011 (Bewilligung für 2012)


Gegenstand

Wie ein Land bzw. eine Kultur wahrgenommen wird, wird maßgeblich über die Rezeption seiner literarischen Werke bestimmt, die über die Grenzen hinaus publiziert werden. Das aktuelle Indienbild in Deutschland ist demnach auch über die Texte fassbar, die den hiesigen Buchmarkt erreichen. Nun repräsentiert dieser Markt nur ungenügend, was Indiens heterogene Kultur ausmacht: Meist handelt es sich bei den deutschsprachigen Übersetzungen um einen Transfer englischsprachiger Texte aus Indien. Dabei werden jedoch die literarischen Werke der vielen Originalsprachen Indiens ausgeblendet, die Bestandteil der kulturellen und sprachlichen Vielfalt sind. Dies ist meist marktstrategischen Gründen geschuldet, bewirkt jedoch eine verzerrte Wahrnehmung indischer Kultur (vgl. die Stellungnahme Orhan Pamuks auf dem Literaturfest in Jaipur, Süddeutsche Zeitung vom 31. Januar 2011). Das Projekt Literarische Übersetzungen als Mittel der Kulturvermittlung hat sich vor diesem Hintergrund zum Ziel gesetzt, Übersetzungen wichtiger Bücher zu erstellen, die wegen ihrer indischen Originalsprache sonst kaum die Chance erhalten, vom deutschen Leser wahrgenommen zu werden. Es will somit einen Beitrag zur Erweiterung des Blickfeldes leisten, das zudem wesentlich vielfältiger ist, als es die aktuelle Selektion widerspiegelt.

Das Hauptziel ist jedoch, mit Hilfe der Durchführung einer kooperativen, bi-nationalen Übersetzungsarbeit in einem universitären Rahmen den wissenschaftlichen Nachwuchs in einen intensiven und direkten kulturellen Austausch einzubinden. Durch die gemeinsame, interkulturelle Arbeit an einer literarischen Übersetzung soll eine Verständigung über kulturelle Spezifika, Gemeinsamkeiten und Differenzen ermöglicht werden, die über das Endprodukt der Arbeit – die Übersetzung – greifbar wird. Deutsche und indische Studierende sollen im direkten, interkulturellen Dialog für sprachliche und stilistische Besonderheiten ebenso wie für kulturelle Konzepte sensibilisiert werden.

In der Verfolgung dieser Ziele erreicht das Projekt zum einen die reziproke, kulturelle Verständigung junger Nachwuchswissenschaftler, weckt das gegenseitige Interesse und weist den Weg auf ihrem fachlichen, literatur- und kulturwissenschaftlichen Gebiet. Zum anderen bieten die Resultate der Arbeit dem deutschen Leser eine literarische New Passage nach Indien.


Durchführung

Die Umsetzung der gemeinschaftlichen Projektarbeit gestaltet sich folgendermaßen: Eine sechsköpfige Gruppe Graduierter der Bergischen Universität – darunter ein/e Doktorand/in – arbeitet zusammen mit einer äquivalent dazu zusammengestellten indischen Gruppe an der Übersetzung eines Romans aus dem Hindi ins Deutsche. Vor Beginn dieser gemeinschaftlichen Arbeit erwerben die Deutschen in einem Hindi-Intensivsprachkurs grundlegende Sprachkompetenzen. Drei Monate Aufenthalt der indischen Gruppe in Wuppertal bilden die erste Arbeitsphase, begleitet von regelmäßigen Colloquien unter der Leitung von Prof. Dr. Ursula Kocher. Das Ergebnis dieser ersten drei Monate ist eine Rohübersetzung, die im Verlauf der zweiten Projektphase stilistisch verfeinert wird. Zu diesem Zweck reist die deutsche Gruppe für ebenso drei Monate nach Delhi. Auch dort wird die Arbeit begleitet von obligatorischen Colloquien, die der Feinabstimmung dienen und von der Kooperationspartnerin Prof. Dr. Shaswati Mazumdar geleitet werden.

Die Übersetzungsleistung dieser Arbeitsschritte wird nach einer letzten Überarbeitung durch die deutsch-indischen Projektverantwortlichen publiziert.